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Entdecke in unserem Blog das wahre Sibirien!
Geh auf eine atemberaubende Reise durch die endlosen Weiten des Altais, des Baikalsees und Jakutiens. Lerne die einzigartige Natur kennen und tauche in die Geschichte des rauen und geheimnisvollen Sibiriens ein!
27
Juni

Wahrheit und Mythen über Einwohner Sibiriens

Ein Kapitel darüber, wie Sibirer ihren Charakter stählten und trotzdem gutmütig blieben und darüber, wie wunderschön die rätselhafte sibirische Seele ist...

Wie soll man sich einen echten Sibirer vorstellen? Vielleicht antworten Einwohner anderer Länder auf diese Frage, dass es um einen harten Mann geht, der bei minus 40 Grad durch die Taiga streift und keine Angst vor Bären hat. Der Mythos über die Bären, die durch die Straßen ziehen, ist schon längst zu einem Witz geworden, existiert aber nach wie vor.

Einwohner des europäischen Teils Russlands haben ihre eigenen Stereotypen über Sibirer, die mehr mit der Wirklichkeit zu tun haben. Über einige davon werden wir etwas ausführlicher sprechen, aber zunächst wenden wir uns kurz der Geschichte zu.

Woher rühren die Stereotypen über Sibirer her?

Das Territorium Sibiriens wurde für seine Einwohner zu dem Hintergrund, der ihre Mentalität beeinflusste und den Grundstein für ihre besonderen Charakterzüge legte. Vor der Erschließung Sibiriens, die 1582 mit dem Feldzug von Jermak begann, war die dortige Lebensweise eine ganz andere. Keine Leibeigenschaft, raue Naturverhältnisse, die Notwendigkeit des Kampfes ums Überleben und der Kooperation mit den Uhreinwohnern haben den sibirischen Charakter definiert und solche Charakterzüge hervorgebracht wie Standhaftigkeit, Ausdauer, Fleiß und Selbständigkeit.

Einige Historiker sprechen ab und zu vom Vorhandensein einer gewissen List und sogar der Abenteuerlust, die Sibirern eigen sind, die freiwillig nach Sibirien gegangen sind, um Freiheit zu erlangen, reich zu werden und ein besseres Leben vorzufinden.

Der Stereotyp über Einwohner Sibiriens als tapfere und furchtlose Menschen entstand im 20. Jahrhundert nach dem Großen Vaterländischen Krieg. Damals wurde der erhebliche Beitrag der Sibirer für die gemeinsame Sache hervorgehoben.

Mythos Nummer 1 Einwohner Sibiriens haben einen rauen Charakter

Das Klima brachte Sibirern bei, selbstbeherrscht und verschlossen zu sein. Ihre Energie vergeuden sie nicht. Statt Tausend Worte und Lächeln vollbringen sie Taten. Sie sind es nicht gewohnt zu denken, dass alles irgendwie schon laufen wird. Die Natur hat ihnen das vorausschauende Denken beigebracht. Selbst wenn Sibirier rau erscheinen, sagen viele, nachdem sie eine Bekanntschaft mit ihnen gemacht haben, dass sie noch nie in ihrem Leben solchen herzlichen und gastfreundlichen Menschen begegnet wären.

Mythos Nummer 2 Sibirer lieben die Kälte

Sie lieben sie nicht wirklich. Sie haben sich einfach an die Kälte angepasst, denn für Sibirien ist es eine gewöhnliche Erscheinung. Aus ihrer Erfahrung wissen sie, dass man sich bei Kälte warm anziehen soll (ein Pelzmantel und eine warme Mütze) oder dass man die Kälte komplett ignoriert und Eisbaden geht. In ihrem Inneren aber wartet jeder Sibirer auf den Sommer.

Mythos Nummer 3 Alle Sibirer erfreuen sich einer starken Gesundheit

Sibirien ist ein ökologisch sauberes Gebiet. Seine Einwohner haben sich immer gut ernährt und konnten ihren Urlaub in den zahlreichen Kurorten ihrer reichen Region verbringen. Man muss trotzdem in Betracht ziehen, dass neben dem Klima und der Ernährung auch soziale Faktoren, Arbeitsbedingungen und das Achten auf sich selbst und die eigene Gesundheit eine Rolle spielen.

Mythos Nummer 4 Einwohner Sibiriens haben Angst vor großen Entfernungen

Die Entfernung zwischen Großstädten in Sibirien ist ziemlich beachtlich, deswegen haben die Einwohner Sibiriens schon längst keine Angst davor und überwinden sie mit Leichtigkeit, sei es, wenn es zur Arbeit geht, sei es wenn man Freunde besucht. Fragen Sie einen Einwohner von Nowosibirsk, ob er bereit wäre, übers Wochenende seinen Freund in einer 300-km-entfernten Stadt zu besuchen, und er wird Ihnen zur Antwort geben: "Nichts leichter als das! Das ist nur ein Katzensprung."

Mythos Nummer 5 Sibirer handeln nur aus eigenen Interessen

Das raue Klima, große Entfernungen und schwere Arbeit schweißen Menschen zusammen, deswegen ist es Sibirern zur Gewohnheit geworden, einander zu unterstützen und immer hilfsbereit zu sein. Sibirer verinnerlichen Probleme anderer und sind immer bereit, nach Kräften zu helfen.

5 unterhaltsame Tatsachen über Sibirer

1. Wenn zwei Sibirer aus unterschiedlichen Städten miteinander telefonieren, unterhalten sie sich zunächst über das Wetter. Der heimliche Gewinner dieses Gesprächs ist dabei derjenige, bei dem das Wetter schlechter ist. So sieht dieses Ritual der Höflichkeit aus.

2. Die Gewohnheit, Sonnenblumen zu essen, wird in Sibirien durch das Pinienkerne-Essen ersetzt. Man muss aber sagen, dass diese Gewohnheit eher in kleineren Ortschaften, die näher an die Taiga liegen, vorhanden ist.

3. Heimlich teilen Sibirer einander in echte und unechte Sibirer ein. Einwohner von Großstädten gelten als unecht, während Sibirer, die um den Baikalsee und in den Regionen mit Permafrost leben, für echte Sibirer befunden werden.

4. Man ist der Meinung, dass man mit Einwohnern einiger Städte wie Krasnojarsk, Irkutsk und Omsk besser keinen Streit anfängt, denn ab und zu können sie schnell von Worten zu Taten schreiten, um Ihnen zu zeigen, wo Sie konkret falsch liegen.

5. Sibirer sind stolz darauf, dass sie Sibirer sind, und lieben alle möglichen Legenden über sich selbst. Oft ist es so, dass sie diese gängigen Stereotypen sogar selbst unterstützen und ihren Gästen irgendwelche Märchen erzählen, um später im Kreise ihrer Angehörigen über die verwunderte Reaktion der Gäste gutmütig zu lachen.

Um über Sibirer mehr zu erfahren und herauszufinden, was über sie stimmt und was nicht, sollte man wenigstens einmal nach Sibirien fahren und mit seinen Einwohnern in Kontakt zu kommen. Das würde helfen, sie etwas besser zu verstehen.

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