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Entdecke in unserem Blog das wahre Sibirien!
Geh auf eine atemberaubende Reise durch die endlosen Weiten des Altais, des Baikalsees und Jakutiens. Lerne die einzigartige Natur kennen und tauche in die Geschichte des rauen und geheimnisvollen Sibiriens ein!
15
April

Ein Kapitel darüber, wohin die großen sibirischen Ströme fließen...

Es gibt auf dem Planeten wohl kaum einen weiteren Ort, an dem die Natur so vielfältig und ungewöhnlich ist, wie in Sibirien. Wir sind stolz darauf, dass Siberian Wellness hier aus der Wiege gehoben wurde und dass es sich nach wie vor weiter entwickelt. Es nimmt die Gaben der sibirischen Natur entgegen und geht mit ihr schonend und fürsorglich um.

Die sibirischen Ströme leisten eine unglaubliche Arbeit: Seit vielen Jahren erweisen sie unserem Heimatland voller Ergebenheit ihre Dienste und versetzen uns ins Staunen mit ihren Windungen und ihren wunderschönen Landschaften. Das macht uns, Sibirier, stolz und ruft weltweit Bewunderung hervor. Wir schlagen Ihnen vor, eine kleine Online-Flusskreuzfahrt zu machen und die fünf größten Ströme Sibiriens zu betrachten.

Der Jenissei: Der wahre Hüne

Dieser Fluss erobert die Herzen durch seine geglättete majestätische Wasserfläche und brandende Stromschnellen. Über ihn sind viele Legenden und Sagen entstanden, Dichter und Maler haben seine Schönheit besungen, und Anton Tschechow hat über ihn Folgendes geschrieben: "Der Jenissei ist ein rasender Hüne, der nicht weiß, wohin mit seinen Kräften und seiner Jugend. Was für ein ausgefülltes und mutiges Leben wird hier mit der Zeit an diesen Ufern leuchten!" In solchen Fällen ist es üblich zu sagen, der Schriftsteller lag richtig.

Heute istder Jenissei einer der wasserreichsten und bedeutendsten Ströme weltweit. Seine Gesamtlänge beträgt 3.487 Kilometer. Was seine Jahresabflussmenge in Höhe von 624 Kubikkilometer angeht, so liegt der Jenissei auf Platz 1 unter russischen Strömen.Seinen Ursprung nimmt der Jenissei an dem Zusammenfluss von Großem Jenissei und Kleinem Jenissei in der Nähe der Stadt Kysyl. Von hier aus transportiert der Jenissei sein Gewässer über das ganze Sibirien Richtung Nordpolarmeer und mündet in die Karasee. Der Fluss hat eine große wirtschaftliche Bedeutung als Schifffahrtsweg. Darüber hinaus werden seine Ressourcen stark in der Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Entlang des Jenissei sind einige Wasserspeicher und Wasserkraftwerke gebaut: Wasserkraftwerk Sajano-Schuschenskaja, Wasserkraftwerk von Majnsk und Krasnojarsk.

Historiker verbinden den Flussnamen mit dem ewenkischen Wort "Ioanessi", was "großes Wasser" bedeutet. Im Einzugsgebiet des Jenissei gibt es 100.000 Seen, dazu gehört auch der Baikalsee, der größte See weltweit. In den Tälern und an seinen Ufern wachsen Zeder-, Kiefer- und Tannenwälder und mehr als 150 Arten von Pflanzen. Viele von ihnen stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Dank seiner Länge findet man an den Ufern des Jenissei eine vielfältige Tierwelt vor: Am Oberlauf sieht man Kamele und Ochse am Ausläufer der Sajangebirge und an der Mündung kann man Eisbären treffen. Der Fluss durchquert viele Naturschutzgebiete, darunter das Große Arktische Schutzgebiet, das Sajano-Schuschenskij Schutzgebiet und das Schutzgebiet Kransnojarskfelsen.

Die Sibirier sind stolz auf ihren Strom und nennen ihn liebevoll "Väterchen Jenissei". Oft sieht man sie hier beim Angeln, Sammeln von Beeren oder einfach beim Urlaubmachen. Für Touristen ist die hiesige malerische Gegend ein Paradies. Hier können sie sich vom ganzen Herzen an der Herrlichkeit der Berge und der Taiga satt sehen, die saubere Luft der Taiga mit vollen Lungen einatmen, in Chakassien stromabwärts fahren oder in der Region Krasnojarsk angeln. Im Gewässer des Jenissei sind Nalime, Barsche, Hechte und Karpfen heimisch. Besonders wertvoll sind Weißlachse, Omule, Stinte und Muksune.

Die Angara: die Tochtes des Baikal und die Ehefrau des Jenissei

Der Fluss Angara ist dadurch bekannt, dass an seinem Oberlauf das reinste Wasser russlandweit zu finden ist. Das ist der einzige Fluss, der dem Baikalsee entspringt: Seinen Ursprung nimmt der Fluss im Norden des Baikalsees und fließt durch das Gebiet Irkutsk Richtung Region Krasnojarsk. Neben der Stadt Lessosibirsk mündet die Angara in den Jenissei.

Die Angara hat eine interessante Geschichte. Eine Legende besagt, dass die Angara die einzige Tochter des grauhaarigen alten Baikal war. Er hielt sie hinter Schloss und Riegel und wollte sie mit Irkut vermählen, den er für seine Tochter ausgesucht hatte. Die Angara konnte aber mithilfe von Bergbächen fliehen und rannte ihrem geliebten Jenissei entgegen, mit dem sie bis heute vereint ist. Aus Zorn warf der Vater einen großen Felsen nach ihr, der heute als Schamanenstein genannt wird. Für Einheimische ist dieser Ort heilig. Touristen kommen extra hierher, um den Stein zu berühren, in dem Glauben, dass es ihnen hilft, ihr Schicksal mit ihrem geliebten Menschen zu verweben.

Entlang des Flusses sind die leistungsstärksten Wasserkraftwerke des Landes gebaut: Wasserkraftwerke von Bratsk, Irkutsk, Bogutschanks und Ust-Ilimsk. Trotz der Tatsache, dass die Angara eine wichtige Ressource für die Energiebranche des Landes ist, bleibt die ursprüngliche Natur entlang des Flusses erhalten, was viele Touristen und Erforscher anzieht.

Der Ob als wichtigste Wasserstraße Sibiriens

Der Ob ist einer der größten Ströme russlandweit. Er sticht nach mehreren Parametern heraus: nach der Gesamtlänge (3.650 km), nach der Breite des Flusses (50 km) und nach dem Einzugsgebiet (2.990 Quadratkilometer). Der große Strom fließt in südnördlicher Richtung durch das Westsibirische Tiefland, mündet in die Karasee und beeindruckt nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine Geschichte und Natur.

Seinen jetzigen Namen hat der Ob nicht sofort erhalten. Jede Volksgruppe nannte den Fluss auf eigene Art. Darüber hinaus gibt es mehrere Theorien, woher der Flussname kommt. Im Iranischen bedeutet Ob "Wasser"; bei der Volksgruppe der Komi bedeutet Ob "Schneeball"; das russische Wort "Obe" (zu deutsch: beide) erscheint ziemlich nachvollziehbar, denn der Ursprung des Flusses bilden zwei aus dem Altai kommende Flüsse Bija und Katun. Interessant ist, dass beide Flüsse unterschiedliche Wasserschattierungen haben. Aus diesem Grund sieht man im Frühling und im Sommer, wie der Ob dort, wo beide Flüsse sich vereinigen, Streifen bekommt.

Der Schriftsteller Sergej Jelpatjewskij bezeichnete den Ob als den russischen Amazonas, weil dieser Strom ebenfalls durch die größte Tiefebene fließt und die Bevölkerung des gesamten Landes mit den Schätzen seines Einzugsgebiets reichlich beschenkt. Dieser Abschnitt ist reich an fossilen Bodenschätzen und Ressourcen: Hier werden Kohle, Gas, Öl und Torf gewonnen. Hunderttausende Fracht- und Passagierschiffe befahren die geglättete Wasserfläche. Hier sind Wasserkraftwerke von Buсhtarminsk, Nowosibirsk und Ust-Kamenogorsk gebaut, die die großen Industriestädte mit Strom versorgen. Entlang des Flusses gibt es 15 Städte, die für die Entwicklung der Region eine Schlüsselrolle spielen. Dazu zählen Nowosibirsk, Barnaul, Surgut und Saleсhard. Die Region hat außerdem mehr als zehn große Häfen und Anlegestellen. 16 Brücken sind über den Fluss gebaut, die für den Auto- und Eisenbahnverkehr bestimmt sind.

Der Ob ist dadurch interessant, dass er mehrere Klimazonen durchquert, deswegen wachsen entlang seines Oberlaufs an den Ufern sibirische Weintrauben, Wassermelonen und Melonen. Sein Unterlauf befindet sich in der subpolaren Tundra, in der die Vegetation ziemlich spärlich ist. In der Gegend um Barnaul, Bijsk und Nowosibirsk findet man im heißen Sommer immer eine Beschäftigung. Zahlreiche Sandstrände locken Liebhaber von Wassersport und Angler (im Ob leben etwa 50 Fischarten) an.

Die Lena: schön, unbändig, rau

Die Lena ist der längste Strom Sibiriens, der sein Gewässer über eine Länge von 4.400 km majestätisch transportiert. Die Lena entspringt dem Baikalgebirge, fließt nordwärts und mündet in die Laptewsee, ein Randmeer des Nordpolarmeers. Die Besonderheit dieses Flusses besteht darin, dass sein Flussbett komplett im Gebiet des Permafrostes liegt. Laut einer populären Hypothese stammt der Flussname vom ewenkischen Wort "Ölüöne", was "großes Wasser" bedeutet.

Entlang der Lena gibt es keine Dämme, Wasserkraftwerke und Deiche. Ihr Flussbett ist naturgegeben. Dabei ist sie schiffbar und stellt eine wichtige Wasserverkehrsader für die Region dar. Im Flachland, das die Lena durchquert, baut man Landwirtschaftskulturen an, große Überschwemmungsgebiete tragen zur Entwicklung der Viehzucht bei. Anliegende Gebiete sind reich an Bodenschätzen, Erdgaslagerstätten werden intensiv erschlossen.

Die jungfräuliche Natur und historische Denkmäler locken an die Lena Touristen aus der ganzen Welt an. Alle sind bestrebt, die einzigartigen naturgegebenen Formationen zu sehen, die Lenafelsen, die von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgewiesen wurden. Diese steilen Felsen erstrecken sich zusammen mit den Sinjaja-Säulen entlang der Lena und bilden in Jakutien den Nationalpark Lenafelsen. Viele Arten von Pflanzen und Tieren, die hier beheimatet sind, sind in der Roten Liste gefährdeter Arten zu finden. Im Flußgebiet gibt es ein weiteres Rätsel der Natur, und zwar: Sandwüsten (Tukulans). Im Sommer und im Herbst begrüßt die Lena Angler aus dem ganzen Land, denn in ihren Gewässern sind Omul, Aalraupe, Taimen, Zinnfisch, Hecht, Barsch, Lenok, Tugun, Peljad, Gräsling und auch der Sibirische Stör heimisch.

Der Irtysch: Der Fluss, der drei Ländern angehört

Der Irtysch ist so mächtig und lang, dass viele ihn für einen richtigen Fluss halten. Das stimmt aber nicht: Der Irtysch ist der Nebenfluss des Ob. Egal wie sehr wir bemüht sind, diesen Fluss zu den wahrhaftig russischen Flüssen zu rechnen, müssen wir zugeben, dass er durch das Gebiet von drei Staaten fließt: China, Kasachstan und Russland. Der Fluss entspringt in China, im Hochgebirge, und passiert das Territorium von Russland dort, wo Kasachstan an das Gebiet Omsk grenzt. Die Länge des Irtysch beträgt 4.248 km. Somit ist er länger als der Ob. In den Ob mündet er bei Chanty-Mansijsk.

Laut einer verbreiteten Legende bedeutet das Wort "Irtysch" in der Turksprache "derjenige, der die Erde gräbt" oder "Gräber", was teilweise den Charakter der Flussströmung widerspiegelt: An einigen Stellen ist sie ziemlich reißend, unterspült die Ufer und verändert das Flussbett.

Der Irtysch istdie wichtigste Wasserverkehrsader Westsibiriens: Der Fluss wird regelmäßig mit Schiffen befahren. Innerhalb der Stadt Omsk gibt es einen Flußbahnhof, einige Binnenhäfen und Anlegestellen. Der Fluss wird auch bei der Energiegewinnung eingesetzt. Drei Wasserkraftwerke wurden hier gebaut. Entlang der Ufer befinden sich einige ornithologische Zuchtstationen und ikonische Orte, darunter der Naturpark "Ptichya Gavan" (hier verläuft der Zugweg der Zugvögel) und "Gusiny perelyot" im Gebiet Pawlodar. Beim letzten geht es um ein einzigartiges Denkmal der Paläontologie. Die Tierwelt des Irtysch ist reich und vielfältig. Es gibt mehr als 20 Fischarten, 15 davon sind vom Interesse für die Fischerei (Störe, Karpfen, Hechte, Barsche, Aalrauten).

Man kann über die großen sibirischen Ströme viel und lange reden. Um aber die ganze Stärke und Kraft der sibirischen Natur zu spüren, empfiehlt es sich, einmal hierher zu kommen und alles mit eigenen Augen zu sehen...
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